Griaß eich!

Mein Name ist Helene, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Luftenberg, einem kleine Ort in der Nähe von Linz. Dort habe ich, gemeinsam mit meiner großen Schwester und unseren zwei Katzen, in einem Haus mit einem großen Garten meine Kindheit und Jugend verbracht. Ich habe vergangenen Mai in Linz meine Matura gemacht und mich dann Ende August auf den Weg nach Belgien gemacht…

Meine Reise hierher hat jedoch schon ein wenig früher begonnen. Vor einigen Jahren hat meine Schwester, ebenfalls nach ihrem Schulabschluss, ein Jahr in England verbracht und seitdem war für mich klar: das will ich auch!
Ich habe mich also auf die Suche nach passenden Projekten gemacht und bin dabei auch auf den Kindergarten in Hauset gestoßen. Als der Tag der Abreise dann tatsächlich immer näher kam, stieg meine Vorfreude auf meine neue Heimat, die Arbeit, Kinder und Kollegen. Ich wurde von Anfang an liebevoll empfangen, von meinen Kollegen genauso wie von den Kindern.

Meine ersten Wochen waren geprägt von den vielen neuen Eindrücken, Aufgaben und Herausforderungen und an dem einen oder andern Wochenende schwang auch etwas Sehnsucht nach der Heimat und meiner Familie mit. Heute ist mein Heimweh verschwunden und anfängliche Unsicherheiten sind überwunden – ich bin froh hier zu sein und gemeinsam mit den Kindern zu wachsen und zu lernen. An der Arbeit mit den Kindern finde ich besonders schön zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln und wie stolz sie sind wenn sie etwas neues schaffen und lernen. Ich finde es schön, den Kindern bei Vorschulaufgaben oder Bastelarbeiten zu helfen und nehme mir gerne die Zeit, mich um einzelne Kinder zu kümmern, wenn sie mehr Unterstützung brauchen. Ein Erlebnis der besonderen Art im Kindergarten war für mich auf jeden Fall mein Geburtstag. Der wurde, wie hätte es anders sein sollen, gefeiert wie ein Kindergeburtstag, mit Geburtstagskrone, Geburtstagsliedern und selbst gebastelten Geschenken. 

Die Auswahl an Freizeitaktivitäten ist für mich zurzeit zwar beschränkt, ich bin nach der Arbeit und an Wochenenden aber nicht untätig. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen in Eupen habe ich schon viele regionale Sehenswürdigkeiten entdeckt, seien es die Talsperren, die Wanderwege im Hertogenwald oder das Hohe Venn – gemeinsam machen wir Ostbelgien unsicher. An dem einen oder anderen Wochenende sind wir auch schon gemeinsam nach Aachen gefahren, um Sightseeing zu machen oder einkaufen zu gehen.

Ende September hatte ich eine Woche lang ein Seminar mit 20 anderen Freiwilligen aus ganz Europa, die dieses Jahr in verschiedenen Städten in Belgien verbringen. In dieser Woche hatte ich auch die Gelegenheit einen Tag lang Brüssel zu sehen und die Stadt zu besichtigen.
Ich besuche auch einen Französischkurs, lese gerne ein spannendes Buch oder schaue einen guten Film. Außerdem spiele ich seit mittlerweile zehn Jahren Querflöte. Das zwar am liebsten gemeinsam mit anderen als Teil eines Orchesters, jetzt jedoch meistens ohne musikalische Unterstützung.

In den vergangenen Monaten habe ich bereits sehr viel lernen und kennenlernen dürfen – mich, Ostbelgien, und viele nette Menschen, ob Kinder, Kollegen oder andere Freiwillige. Ich bin guter Dinge, die Erfahrungen und Erlebnisse, die Reisen und Städtetrips, die ich bis jetzt noch nicht machen konnte, im Laufe der nächsten Monate nachholen zu können und ganz Belgien kennenlernen zu können.